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Geräte mit fester IP- Adresse ins eigene Netz integrieren (am Beispiel einer Netzwerkkamera)


In den meisten Heimnetzen wird der DSL- Router oder Kombirouter DSL/WLAN mit aktiviertem DHCP- Server betrieben. Das bedeutet, dass über das LAN/WLAN angeschlossene Geräte wie Desktops, Notebooks oder auch Netzwerkdrucker von dem Router eine eindeutige Adresse (IP- Adresse) zugewiesen bekommen, über die sie dann untereinander kommunizieren können. Zudem werden noch andere Adressen mitgeliefert, dazu komme ich später.
Dieser Routerzustand wird meist vom Werk vorkonfiguriert, so dass der User nur noch die Komponenten zusammenstecken, die Zugangsdaten des Providers in den Router eingeben muss, und in der Regel klappt es dann schon mit dem Netzwerk und Internet.

Werden nun z.B. zusätzliche Rechner ins Netz genommen, funktionieren sie sofort ohne das noch etwas konfiguriert werden muss.

Dieser an sich tolle Service hat aber in bestimmten Fällen auch Nachteile.
Der DHCP- Service verteilt freie Adressen aus einem sogenannten Pool. Dieser Bereich wird im Router vorgegeben.
Als Beispiel nehme ich mal den Bereich 200 - 250. Es könnten hier 50 Geräte gleichzeitig betrieben werden.
Wir schliessen nun zwei Desktops, ein Notebook und eine Netzwerkkamera an das Netz. Diese Geräte sind in der Standardkonfiguration auf DHCP eingestellt, so dass sie sich nach dem Einschalten im Netz melden und nach einem DHCP Server fragen. Da wir unseren Router als DHCP- Server laufen haben, wird dieser sich auch melden und unseren Geräten brav die ersten freien Endnummern 200, 201, 202 und 203 aus dem Pool vergeben. Würden wir noch ein Gerät anschließen, würde es dann die Endnummer 204 bekommen usw..
Diese Adressenzuordnung merkt sich der DHCP- Server für eine gewisse eingestellte Zeit (Lease-time). Somit würden alle angeschlossenen Geräte, die wieder innnerhalb dieser Lease-time angeschaltet würden, auch die gleiche Endnummer bekommen.
Was passiert aber, wenn diese Lease-time überschritten wird ?
Nun, dann wird neu gemischt. Alle Adressen werden bei überschrittener Lease-time wieder freigegeben. Das bedeutet so viel wie: wer zuerst kommt, malt zuerst. Erst das Notebook angeschaltet, bekommt es die 200, dann die Kamera, die 201 usw.
Das ist für Notebooks und Desktops erst mal nicht tragisch (auch hier gibt es Ausnahmen: Stichwort Freigaben), aber was ist in unserem Beispiel mit der Netzwerkkamera ? Heute hat sie die 203, übermorgen die 201 ?
Aus diesem Beispiel ist zu erkennen, dass es durchaus Sinn macht, manche Geräte mit einer konstanten Adresse zu konfigurieren, über die sie zu jeder Zeit ansprechbar sind.
In diese Kathegorie würden auch fallen: IP-Netzwerkdrucker, NAS- Laufwerke, Accesspoints/Brigdes, grundsätzlich Server, SAT- Resceiver, neuere TV- Geräte mit Internetzugang etc.
All diese aufgelisteten Geräte lassen die Möglichkeit zu, über ein Konfigurationsmenü eine eindeutige IP- Adresse zugewiesen zu bekommen.
Wenn wir der Kamera die Endadresse 88 manuell vergeben haben, so wird sie auch noch in den nächsten Jahren die 88 haben.

So, nach dieser Einleitung sind wir nun da angekommen, wo die Fragen aufkommen
- welchen Bereich hat denn mein Netz ?
- Wie komme ich an freie Adressen heran ?
- welche Adressen nehme ich dann ?
- welche Adressen muss ich meinem Gerät sonst noch mitteilen ?

Die Fachleute lächeln dann, gehen in die Konfiguration ihres Routers, schreiben sich drei Werte auf und machen dann.....

Nun, da ich nicht die Menüs aller Router zur Beschreibung kenne, gehe ich mit Bordmitteln des angeschlossenen Rechners an die Sache heran.

1. Wir ermitteln die Daten unseres Heimnetzes

Dazu müssen wir erst einmal die sogenannte DOS- Box öffnen.
Wir klicken auf Start/Ausführen, geben dann dort in die Zeile cmd ein und anschliessend OK klicken.
Es öffnet sich die schwarze DOS- Box. Hinter der nun dort erschienenen Zeile mit C:\irgendwas blinkt nun ein sogenannter Cursor und wartet auf eine Eingabe.
Dort geben wir ein: ipconfig /all und drücken die Enter- Taste
Je nachdem wie viele Netzwerkkarten in unserem Rechner stecken, werden mehrere Blöcke angezeigt, wovon uns nur einer interessiert:
bei dem alle vorne stehenden Parameter auch Werte zugeordnet sind.
In meinem Beispiel sollten wir uns merken:
IP-Adresse - 192.168.1.101
Subnetzmaske - 255.255.255.0
Standardgateway - 192.168.1.254
DNS-Server - 192.168.1.254

Was sagen uns diese Daten ?

IP- Adresse

das ist die vom DHCP- Server dem Rechner derzeit zugewiesene eindeutige Adresse mit der Endadresse 101. Der vordere Teil (192.168.xxx) ist ein sogenannes privates C-Klasse Netz und ist im Router voreingestellt.

Subnetzmaske

Ist ein binärer Filter, der in diesem Fall besagt, dass uns nur die letzten Stellen hinter dem letzten Punkt interessieren. Dieser Wert kann zwischen 0 und 255 liegen. Wir könnten somit 254 Geräte in unser Heimnetz integrieren.

Standardgateway und DNS-Server

Diese beiden Adressen sind in der Regel gleich. Sie beziehen sich ausschliesslich auf die Kommunikation mit dem Internet und haben die IP- Adresse des Routers.

2. Wie ermittel ich nun freie Adressen ?

Durch die derzeitige IP-Adresse meines Gerätes, also 192.168.1.101.
Wie ich oben beschrieben habe, verwaltet der DHCP- Server einen Pool von Adressen. Des weiteren kann man davon ausgehen, dass die erste Adresse in einem Pool immer zehnerstellig mit 50, 100, 150 oder 200 beginnt und nie mit 46,88 oder 114.
Somit dürfte dann die erste Adresse in unserem Pool die 100 oder auch 192.168.1.100 sein.
Damit hätten wir die Adressen 192.168.1.1 - 192.168.1.99 zur freien Vergabe. Natürlich gibt es dann noch freie Adressen oberhalb des DHCP- Pools, aber die 99 Adressen sollten uns genügen ;)

3. Vergabe der manuellen IP- Adressen

Nun kann man jedem beliebigen Gerät eine eindeutige (es dürfen keine Adressen doppelt vergeben werden !) Adresse zuweisen.
In meinem Beispiel habe ich der Netzwerkkamera willkürlich die IP- Adresse 192.168.1.80 vergeben.
Gateway und DNS sind hier eingetragen, da die Kamera auch aus dem Internet erreichbar sein sollte, ansonsten können die Zeilen leer bleiben.
Wichtigster Punkt: Im Gerät muss dann 'IP von DHCP- Server beziehen' oder 'DHCP aktivieren'  oder ähnlich klingende Parameter deaktiviert sein !

So würde ich nun jedem weiteren Gerät eine feste IP- Adresse vergeben.
Z.B. dem Drucker die 192.168.1.10 oder dem NAS- Server die 192.168.1.1.

Noch zwei Worte zu den Einträgen Standardgateway und DNS- Server

Geräte, die mit dem Internet kommunizieren, benötigen diese beiden Einträge.
Gateway: wenn ich eine Adresse eingebe, die nicht in meinem eigenen Hausnetz ist, sollte ein Gerät wissen, wohin die Anfrage gesendet wird. Das weiss der Router, also gehört seine Adresse dort hinein.

DNS (Domain Name Service): Wenn wir im Browser www.google.de eingeben, weiss unser Browser nicht, dass er die Adresse 74.125.230.80 ansteuern muss. Diese Umsetzung werden von den DNS-Servern im Internet vorgenommen. Da unser Heimnetz nun auch keinen DNS- Server hat, muss die Anfrage auch an den Router gehen, der dann die Anfrage ins Internet weiterleitet. Also auch dort der Eintrag des Routers 192.168.1.254
Wie schon angedeutet werden diese Angaben bei neueren Sat- Resceivern, TV- Geräten benötigt, damit sie ihre neuesten Updates aus dem Internet holen können.

Nachtrag:
Aufgrund einiger Nachfragen, noch ergänzende Informationen zur Adresse des Routers. In der o.a. Abbildung ist die Endadresse 254 als Routeradresse eingetragen. Von Werk aus ist die Adresse meist die 1, also im obigen Fall 192.168.1.1. Nun, dass ist grundsaetzlich meist so richtig. In meinem Netz habe ich aber auf der 1 einen Server laufen, so dass sich die Adressen des Routers und des Servers 'beissen' wuerden. In Firmennetzwerken hat es sich eingebürgert, dass Geräte, die mit Routingaufgaben beschäftigt sind, in den obersten Adressbereich zu legen. Das ist hier auch der Fall: die größte zu vergebende Endadresse ist die 254. Dieser Eintrag ist einmalig im Router einzustellen.
Wird diese Einstellung während eines lauffähigen Netzwerkes getätigt, sind alle Geräte anschließend neu zu starten, bei Geräten mit fest vergebenden IP- Adressen sind die Änderungen manuell vorzunehmen.
Warum ? Durch die Änderung der Routeradresse haben sich wie oben beschrieben nun auch die DNS- und Gatewayadresse geändert.