Mein neuer Laptop: Fujitsu-Siemens Esprimo U9210
Es war an der Zeit, dass ich mein altersschwach gewordenes Klavierlack-Notebook (FJS Q2010) gegen ein Neueres austauschen wollte.
Nicht, dass ich grundsaetzlich unzufrieden war, allerdings der nicht auswechselbare, fest eingeloetete und nicht aufruestbare Hauptspeicher von 1 GB war nicht mehr zeitgerecht und auch die mit 5400 U/min laufende Festplatte war dann doch im Zusammenspiel mit dem schlechten Controllerinterface sehr lahm.
Geliebaeugelt habe ich nach einem schoenen leichten Ultranotebook (UNB).
Wenn meine 'Portokasse' den doppelten Betrag zur Verfuegung gestellt haette, waere ein schickes Dell-UNB meine Wahl gewesen. Auch wenn ich mir einige andere renomierten Firmen angesehen habe: das preisguenstigeste in der Grundausstattung lag bei 550 Euro und wenn man seine Wuensche addierte, schnell bei 1200 Euro.
Soviel hatte ich nicht in der Kasse, bzw. war auch nicht gewillt auszugeben. Ich hatte mir fuer den portablen Einsatz vor einem halbe Jahr als Informationsquelle das Motorola Xoom geholt, so dass ein Notebook nur fuer das 'richtige Arbeiten' in Frage kommen sollte.
Gluecklicherweise habe ich in der Firma mit Business Notebooks zu tun, um auszutesten, ob ein vorhandenes Modell davon mir zusagen wuerde.
Und so war es dann auch: ich habe mich dann fuer das FJS U9210 entschieden.
Nicht mehr ganz neu, aber bezahlbar.
Die Gruende waren hierfuer:
1. kompaktes Geraet mit 12 Zoll Bildschirm
2. hochwertige Gehaueseverarbeitung
3. integriertes UMTS Modem
4. aufruestbares RAM bis 8 GB
5. integriertes analoges Modem
6. externer SATA Anschluss 1,5 GBit
und ein eingebauter DVD Brenner, allerdings mehr zum Abspielen benoetigt (Backup/Restore).
In manchen Geraeten ist noch eine WebCam integriert, nicht schlecht fuer Skype und Co.
Zwei Punkte sprachen zwar gegen einen Kauf, allerdings hatten sie bei mir nicht die grosse Wertigkeit:
1. hoeheres Gewicht als Ultra-Notebooks (knapp 2 kg)
2. Akkulaufzeit ist um einige Stunden geringer als bei UNBs
An der Akklaufzeit war noch was zu tunen: Einbau einer SSD, dazu spaeter.
Was den Kaufpreis eines gebrauchten U9210 angeht, so lagen je nach Ausstattung und Aussehen die Preise Mitte 2012 bei einem bekannten Internetauktionshauses um 300 Euro - also bezahlbar, wenn man den Neupreis des Geraetes von ueber 1200 Euro entgegenhaelt.
Da dieses Modell dann noch in der Firma als Austauschgeraet vorlag, konnte ich es vor meinem Kauf ausgiebig testen.
Die Endkonfiguration meines Geraetes sieht nun so aus:
Betriebssystem: Windows 7 64Bit Professional
Hauptspeicher: 6 GB (2GB waren Standard, 4GB dazu gekauft)
Speichermedium: SSD SATA 60 GB
Betriebszeit: min. 4 Stunden
UMTS- Betrieb fuer portable Einsaetze
Hier sei noch erwaehnt, dass das U9210 in verschiedensten Varianten auf dem Markt ist, also genau auf die Ausstattungsmerkmale vor dem Kauf sehen.
Ich komme nun zu der Installation des NBs:
Als Betriebssystem habe ich Windows 7 64Bit professional gewaehlt, da
a. ich virtuelle Maschinen betreiben will und mehr als 3GB Speicher dafuer erforderlich sein sollten
b. neuere Hardware erkannt und auch gut benutzt werden kann (z.B. am SATA Anschluss)
c. eine SSD zu betreiben ist
d. der Desktop auf klassisch eingestellt werden kann ;-)
Grundinstallation auf einer SSD (Solid State Drive):
Eines der Stromfresser neben dem Display ist die Festplatte.
Ich hatte mir bereits vor einiger Zeit fuer das Testnotebook eine bezahlbare 60GB SSD zugelegt.
SSDs zeichnen sich durch geringen Stromverbrauch (indirekt dadurch auch kaum Waeremeentwicklung) und schnelle Zugriffszeiten aus.
Diese sollte im neuen NB verbaut werden. Groessere Datenmengen habe ich nicht lokal vorraetig, so dass die 60 GB fuer meine Belange vollkommen ausreichen.
Besondere Aufmerksamkeit sollte man der Formatierung der SSD schenken: ich moechte nur das Stichwort 'Alignment' nennen, welches durch das moderne Windows automatisch richtig gesetzt wird.
Im INet gibt es genuegend Infos darueber, wie z.B. auch XP richtig auf eine SSD kommt.
Meine SSD wurde in 2(3) Partitionen aufgeteilt:
- die Systempartition mit 25 GB
- der Rest als Datenpartition
Bei der Neuinstallation legt W7 automatisch eine 100 MB grosse Systempartition an, welche von den angegebenen 25GB abgezweigt werden.
Die Installation von W7 ist bekanntermassen schnell und einfach. Hat man kein W7 mit integriertem Servicepack 1, so sollte man es sich vorher aus dem INet laden und unmittelbar nach der Grundinstallation einspielen. Wird eine INet- Verbindung aufgebaut, werden durch den Update-Service bereits ueber 70 Updates nachgezogen (Stand 05/2012).
Spaetestens jetzt sollten die fehlenden Treiber fuer das entsprechende Betriebssystem nachgezogen werden. Auch hier darauf achten, dass auch nur die notwendigen Treiber fuer das vorhandene Geraet installiert werden, also z.B. keine UMTS- Modemtreiber, wenn kein UMTS- Modem eingebaut ist.
Meine installierten W7 x64 Treiber fuer das U9210 koennen
HIER geladen werden.
Einen Treiber habe ich bis heute nicht identifizieren koennen, den ich im Geraetemanager deaktiviert habe. Bisher habe ich noch keine Einschraenkungen des NB bemerkt.
SSDs haben den Nachteil, dass die Speicherstellen nur begrenzt oft beschrieben werden koennen.
Daher sollte man dem Betriebssystem einige Sachen abgewoehnen, die haeufige Schreibzugriffe beinhalten, bzw. nicht wirklich noetig sind.
Ich zeige hier die von mir umgesetzten Tipps auf, die ich tagelang im INet in unterschiedlichen Foren und Blogs zusammengesucht habe.
Nachfolgende Dienste sollen deaktiviert werden, sie werden aufgrund der Struktur der SSD und Schnelligkeit nicht benoetigt:
- Defragmentierung (Defragmentierung)
- Superfetch (Superfetch)
- Dateiindizierung (Windows Search)
Registry
- Prefetch ausschalten
HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management\PrefetchParameters\
EnablePrefetcher=0
EnableSuperfetch=0
Befehle in der DOS-Box mit Adminrechten ausfuehren:
- Ruhezustand (Hibernation to Disk) ausschalten
powercfg -H off
- Zeitstempel fuer jede benutzte Datei ausschalten
fsutil behavior set disablelastaccess 1
- Dateikompatibilitaet zu DOS abschalten
fsutil behavior set disable8dot3 1
Auslagerungsdatei auf einen festen Wert setzen
Erfahrungsgemaess sollte der Wert das 1,5 fache des physikalischen Speichers betragen
Wenn das Windows Media Center nicht unbedingt benoetigt wird, deinstallieren. Es erzeugt mehrere 500 MB grosse temporaere Dateien, die bei Benutzung des WMC dauernd (Timeshift etc.) beschrieben oder einfach nur angelegt werden.
(Systemsteuerung/Programme und Funktionen/Windows-Funktionen aktivieren - oder deaktivieren)
Schreibzugriffe auf das temp- Verzeichnis
Ein nicht zu vernachlaessiges Verhalten des Betriebssystemes ist, temporaere Dateien zu erzeugen. Auch verschiedene Programme benoetigen einen Zwischenspeicher (Cache), so etwa der Internetexplorer oder beim Entpacken von Dateien durch Winzip etc.
Das erzeugt nicht zu vernachlaessigende Schreibzugriffe auf die SSD, welche wir ja vermeiden wollen.
In Desktops wird empfohlen, diese temporaeren Dateien auf eine normale zusaetzlich eingebaute HDD umzuleiten, bei Notebooks ist der Einbau einer weiteren HDD nicht moeglich.
Die Loesung heisst in diesem Fall: RAM- Disk.
Aber: eine RAM-Disk macht nur dann Sinn, wenn genug Hauptspeicher im NB verbaut ist, also min. 3 GB. Die zu erstellende Groesse der RAM-Disk wird vom Hauptspeicher abgezweigt und mit dem Rest moechte man noch performant arbeiten.
Ich habe mich nach laengerem Suchen im INet fuer die kostenfreie (personal use) Version von
RAMDisk entschieden. Dieses Programm hat den Vorteil, dass es durch das Einbinden eines Treibers schnell genug gestartet wird, um das virtuelle Laufwerk schon Windows beim Hochfahren zur Verfuegung zu stellen.
Bei der Einrichtung gibt man die Groesse des Speichers an (min. 500MB) und dass es mit Windows zusammen gestartet wird. In der Regel wird dann ein neues Laufwerk mit dem naechsten Laufwerksbuchstaben erzeugt. Hier sollte in der Laufwerksverwaltung von Windows dann der Laufwerksbuchstabe auf einen hoeheren Wert eingestellt werden (z.B. Z:).
Als weiteren Punkt im RAMDISK-Programm anklicken, dass beim Aufbau der RAM-Disk automatisch das Unterverzeichnis 'temp' angelegt wird.
Nun heisst es noch, Windows mitzuteilen, dass es auf unserem virtuellen Laufwerk schreiben soll. Dazu gibt es die sogenannten Umgebungsvariablen.
Sie sind zu finden unter:
Computer/erweiterte Systemeinstellungen/- Reiter 'erweitert' und dann Button Umgebungsvariablen
Dort sind im oberen Fenster bei Benutzervariablen die beiden Variablen temp und tmp auf Ramlaufwerk:\temp und
unter Systemvariablen die beiden temp-Variablen ebenfalls auf Ramlaufwerk:\temp abzuaendern.
Damit die Aenderungen wirksam werden, ist das NB neu zu starten.
Als naechstes wird der Cache vom Internetexplorer auf das Ram- Laufwerk gelegt.
Internetexplorer starten, dann im Menue: Extras/Internetoptionen/Browserverlauf-Einstellungen-Button.
Dort sollte eingestellt werden:
Radiobutton: bei jedem Zugriff auf die Webseite
zu verwendender Speicherplatz: 50MB
Dann auf Button 'Ordner verschieben' gehen und den Speicherort Ramlaufwerk:\temp angeben.
Danach erfolgt eine Zwangsabmeldung, da der Ordner verschoben werden muss.
Damit waeren alle standardmaessigen 'Vielschreiber' auf die RAM- Disk verbannt.
Sollten andere Programme eigene Cache- Verzeichnisse haben (z.B. Firefox), so sollten sie dann auch auf die RAM-Disk verschoben werden.
!! Ueber Eines sollte man sich im Klaren sein: wenn der Rechner heruntergefahren wird, ist alles was auf dem RAM-Laufwerk liegt, geloescht.
Fuer mich absolut kein Problem, da ich die Reste aus dem temp- Verzeichnis bisher auch mit meinem Programm
Tempdelete beim Starten von Windows entsorgt hatte.
Ein nicht ganz unumstrittenes Thema: Auslagern der pagefile.sys auf die RAM-Disk
Die Groesse einer pagefile.sys und die Auslagerung derselben wird im INet kontrovers diskutiert. Es gibt die Empfehlung von Microsoft, die besagt, dass sie mindestens das 1,5 fache des physikalischen Speichers ausmachen sollte, andere vertreten die Meinung, dass bei viel physikalischem Speicher keine Auslagerungsdatei noetig ist.
Nun, die Praxis zeigt, das gar keine Auslagerungsdatei zu Abstuerzen des Systemes fuehren kann.
Insofern habe ich mich entschlossen, eine mindestens 1024MB (bei meinem derzeitigen Speicherausbau von 6GB) grosse Auslagerungsdatei auf dem RAM- Laufwerk einzurichten. Bisher habe ich noch keine Nachteile feststellen koennen.
Es gibt allerdings einen kleinen Nachteil, der nicht verschwiegen werden sollte:
durch das Abschalten des Rechners wird auch das RAM- Laufwerk geloescht, was beim Start des Rechners zur Folge hat, dass unsere konstant benoetigten Verzeichnisse/Dateien wieder erstellt werden muessen.
Aber bei den Geschwindigkeiten der modernen Rechner und Speicherchips bewegen sich die Zeiten im Millisekundenbereich, so das es nicht ins Gewicht faellt.
Ausserdem fuer Sicherheits- Fans: durch das Loeschen unser ausgelagerten Daten koennen sie auch nicht mehr 'ausspioniert' werden, da sie ja nicht mehr vorhanden sind.
Kontrollbefehle
fsutil behavior query DisableDeleteNotify
Ist das Ergebnis 0, dann ist der TRIMM Befehl akitv, bei 1 nicht
In dieser Konfiguration ist das NB innerhalb von 10 Sekunden hoch- bzw. heruntergefahren. Ein beachtlicher niedriger Wert im Vergleich zu meinen bisherigen Rechnern.
Weitere Tipps:
- Im BIOS sollte die Option 'wakeonlan' deaktivert werden, sie benoetigt auch im ausgeschalteten Zustand Strom
- ebenfalls zu deaktivieren: die Devicekonfigurationen serieller- und paralleler Port, wenn sie physikalisch nicht vorhanden sind
- Waehlt man wie ich ein 64Bit System, sollten auch die Programme moeglichst im 64Bit- Kompilat installiert werden.
- Hat das NB einen Mehrprozessorkern, so kann der Start beschleunigt werden, in dem Windows dieses mitgeteilt wird. Es ist der Befehl msconfig zu starten, dann anwaehlen des Reiters 'Start', Button 'Erweiterte Optionen' und dort die Anzahl der Prozessoren einzustellen.
- Befindet sich der Rechner in einem Netzwerk mit gemappten Laufwerken, so sollten die Netzwerklaufwerke bei Bedarf nach der Anmeldung per Hand verbunden werden. Jedes An- und Abmelden von permanent eingerichteten Netzressourcen bedeutet Zeitverzoegerung beim Start oder Herunterfahren des Rechners.
Ich hole mir die benoetigten Laufwerke bei Bedarf mit einem verlinkten Batch- Befehl auf dem Desktop heran, z.B. das Laufwerk B fuer Bilder auf dem Server 'net use B: \\192.168.xxx.xxx\pictures /persistent:NO'
- Mich hatte ab Windows Vista das neuartige Startmenue gestoert. Auch hier haben pfiffige Programmierer es geschafft, mein bis einschliesslich XP gewohntes Startmenue herzustellen. Ich benutze das Programm
cwsm, welches von der Autorenseite oder
HIER heruntergeladen werden kann.